Kompost und Düngung für einen gesunden Boden

Biologisches Gärtnern, wie wir es im Verein praktizieren, bedeutet, das Ökosystem Garten als Ganzes zu verstehen und natürliche Prozesse zu nutzen, um eine gesunde und produktive Umwelt zu schaffen.

Dazu verwenden wir natürliche Methoden wie Kompostierung, Mischkultur, Fruchtfolge, Nützlings- und Schädlingskontrolle. Dies fördert Biodiversität, schafft ein ausgewogener Nährstoffkreislauf durch den Einsatz von organischen Düngemitteln und trägt dazu bei den Boden zu verbessern und die Umweltbelastung zu reduzieren, indem es den Einsatz von synthetischen Chemikalien minimiert.

Die Erde – das Kapital des Gärtners

Die Grundlage für einen üppigen Garten und eine gute Ernte ist ein gesunder Boden. Böden stellen Wasser und Nährstoffe für das Pflanzenwachstum zur Verfügung. Nebst Luft, Wasser, Gestein und organischen Substanzen besteht das Ökosystem "Boden" aus unterschiedlichsten Tieren, Pflanzen, Pilze, Bakterien und Mikroorganismen, die verwittertes Material zerkleinern. Das Ökosystem ist fein aufeinander abgestimmt und bildet ein Kreislauf, der durch Bodenbearbeitung und -bewirtschaftung gestört werden kann:

  • Mechanisch durch Maschinen und durch Bearbeitung der Erde in nassem Zustand
  • Bei starkem Umgraben und Umschichten
  • Durch Überdüngung, Umweltgifte und Fremdstoffe

Durch den Boden sickert auch vieles, was sich später im Grundwasser und somit im Trinkwasser wiederfindet. Auch darum ist es nicht egal, was man auf seinen Gartenboden macht. Für den Erdboden, in dem wir unsere Kulturen pflanzen, trägt jede:r Gärtner:in eine Verantwortung.

Kompost und Düngung

Um die Bodenqualität zu verbessern, kann man den Boden lockern und mit Kompost oder Dünger anreichern. Auch das Anlegen von Mulchschichten kann helfen, den Boden zu verbessern und ihn vor Austrocknung oder Erosion zu schützen.

Bereits mit relativ geringen Kompostgaben wird ein beachtlicher Nährstoffeintrag in den Boden erzielt. Die Ausbringungsmenge muss daher limitiert werden. Sie sollte sich am Nährstoffbedarf der Pflanzen orientieren. Zu empfehlen sind jährlich maximal 1 bis 3 Liter Kompost/m2.

Eine ergänzende Düngung sollte sich auf Stickstoffgaben begrenzen (z.B. Horngrieß, -Späne oder –Focken). Da dem Boden über den Kompost ausreichende Mengen an Phosphat und Kali zugefügt werden, dürfen diese Elemente nicht zusätzlich gedüngt werden.

Die meisten Hausgärten sind um ein vielfaches mit Phosphaten versorgt und brauchen noch Jahre, um in 'normale' Größenordnungen zurückzufinden. Bei einer Versorgung mit 6 % Humus (rund 70 % der Hausgärten) lassen sich bereits 20 bis 22 g N/m2 anrechnen. Trotz der zu erwartenden hohen Stickstofffreisetzung bei Humusgehalten über 4 % ist im Frühjahr meist eine geringe Startdüngung notwendig, da die
Bodentemperaturen für die erforderlichen Umsetzungsprozesse noch zu niedrig sind. Pflanzen mit geringem und mittlerem Stickstoffbedarf
benötigen dann während des übrigen Jahres keine weiteren Düngergaben. Auf den Einsatz von Mehrnährstoffdüngern mit Phosphat und Kali soll verzichtet werden.

So wird kompostieren richtig gemacht: Anleitung vom Kompostierkurs (pdf)